26.02.2010, 02:03 Uhr
Medaillensammler: Ski-Ass Maria Riesch und Bob-Pilot André Lange (Foto. imago)
Gastgeber Kanada (8 Goldmedaillen), das derzeit führende US-Team (8), Titelverteidiger Deutschland (8) oder doch Außenseiter Norwegen (7): Der Kampf um den Platz an der Sonne im Medaillenspiegel ist spannend wie noch nie. In den verbleibenden drei Olympia-Tagen stehen noch 17 Medaillen-Entscheidungen auf dem Programm.
t-online.de erklärt Ihnen, welche heiße Eisen das deutsche Olympia-Team noch im Feuer hat und in welchen Wettbewerben sich die Konkurrenz etwas ausrechnet.
"Wer als Titelverteidiger anreist, der will auch wieder Erster werden", hatte Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sporbundes (DOSB), vor den Spielen angekündigt. Nagano 1998, Salt Lake City 2002 und Turin 2006 - schwarz-rot-gold war bei den letzten drei Spielen nur schwer zu schlagen, doch bei den Spielen in Vancouver steht diese Position ernsthaft auf dem Prüfstand.
Am letzten Tag stehen mit dem 50-Kilometer-Rennen der Langläufer und dem Finale des Eishockey-Turniers nur noch zwei Entscheidungen auf dem Programm. Im Langlauf werden Tobias Angerer und Co. bestenfalls Außenseiter-Chancen eingeräumt, das Eishockey-Turnier war für das DEB-Team nach der herben 2:8-Klatsche gegen Kanada vorzeitig beendet. Die deutsche Delegation muss also am Freitag und Samstag vorlegen, will sie sich am 2. März bei der Willkommensfeier auf dem Münchner Marienplatz als Sieger der inoffiziellen Wertung feiern lassen.
Eine unserer größten Goldhoffnungen ist André Lange und sein Viererbob. Am Samstag will der deutsche Fahnenträger seine einmalige Karriere mit der fünften Goldmedaillen krönen. Die Trainingsläufe und der Zweierwettbewerb haben gezeigt, dass diese Hoffnungen durchaus berechtigt sind. Goldige Aussichten bietet auch das Slalom-Rennen der Frauen, in dem die beiden Riesch-Schwestern zu den Favoriten zählen.
Felix Neureuther könnte mit einer Überraschung im Slalom-Wettbewerb ebenfalls seinen Teil zum Teamerfolg beisteuern. Der 25-Jährige deutete mit einem achten Platz beim Riesenslalom an, dass er pünktlich zum Saisonhöhepunkt in prächtiger Verfassung ist. In der befindet sich auch unser Snowboard-Ass Amelie Kober, die als Favoritin in den Parallel-Slalom am Freitag startet.
Doch Gold ist nicht planbar, das mussten schon viele Favoriten bei diesen Spielen schmerzhaft erfahren. Umso schöner sind da die unvorhergesehenen Triumphe. Viktoria Rebensburgs Sieg im Riesenslalom ist so einer. Mit ihrer Goldfahrt vom sechsten auf den ersten Platz hielt die 20-Jährige den Kampf um die Spitzenposition offen. In den beiden abschließenden Langlauf-Wettbewerben, der Eisschnelllauf-Teamverfolgung und leider auch die Biathlon-Staffel der Herren gelten die Deutschen nicht als Sieganwärter. Aber wer hätte etwas gegen eine Überraschung auszusetzen?
Wenig überraschend sicherte sich Gastgeber Kanada den Sieg im Eishockey der Frauen. Die Herren um Superstar Sidney Crosby wollen den Doppel-Triumph für das Mutterland des Eishockeys am Sonntag perfekt machen. Auch im zweiten Nationalsport, dem Curling, ließen sich die Kanadier nichts vormachen und stehen in beiden Finals. In den Parallel-Slalom der Snowboard-Herren gehen die Gastgeber ebenfalls als haushoher Favorit. Nach durchwachsenem Start haben die Kanadier in der zweiten Olympia-Woche Fahrt aufgenommen und dürfen daher auf ein furioses Finale mit der Goldmedaille im Eishockey und dem Sieg im Medaillenspiegel rechnen.
Überaus erfolgreiche Spiele waren es bislang für das US-Team. 31 Medaillen stehen insgesamt zu Buche, mehr hat keine andere Nation vorzuweisen. Allerdings scheint den US-Girls und Boys im Endspurt die Luft auszugehen. Nach der Finger-Verletzung von Superstar Lindsey Vonn sind die Chancen auf weitere Goldmedaillen eher spärlich. Im Vierer-Bob ist Steven Holcombe trotz Weltmeister-Titel nur in der Verfolgerrolle, im Eishockey-Finale könnten die US-Amerikaner ein weiteres Gold einheimsen.
Norwegen erwischte einen holprigen Start in die Spiele. So holprig, dass man im Land der Fjorde schon nach übernatürlichen Gründen suchte. Ein Indianer-Zauber soll schuld an dem missglückten Auftakt gewesen sein. Doch nachdem Marit Björgen den Bann gebrochen hatte, lief es für die Norweger, vor allem in der Loipe beim Biathlon und Langlauf richtig rund. Hier rechnen sich die Wikinger auch die größten Chancen für die verbleibenden Tage aus. In den beiden Langlaufstaffeln sind die Norweger favorisiert und die Biathlon-Staffel will Legende Ole-Einar Björndalen einen goldenen Abschied von der Olympia-Bühne bereiten.
Quelle: t-online.de
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