22.02.2010, 07:48 Uhr
Aus Whistler berichtet Arne Henkes
Magdalena Neuner ist mit der Vorgehensweise der Wettkampf-Kontrolleure nicht einverstanden. (Foto: dpa/imago)Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner hat nach ihrem Sieg im Massenstart ungewohnt harsche Kritik an den Wettkampf-Kontrolleuren, den so genannten "Blaubärjacken“, geübt. "Man wird von denen nach dem Zieleinlauf noch schlimmer behandelt als Schweine, die zur Schlachtbank gehen. Da wird richtig an einem gezerrt und Gewalt angewendet. Das verdirbt einem so richtig die Laune“, sagte Neuner zu der Vorgehensweise der Kontrolleure.
Die in blau gekleideten Helfer übergeben das Material der Athleten zur vorgeschriebenen Überprüfung und begleiten sie anschließend zur Dopingkontrolle.
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Unterstützung erhielt Neuner von Zweier-Bob-Olympiasieger André Lange, der mit dem Vorgehen der Blaubärjacken ebenfalls nicht zufrieden ist. "Da kann ich Magdalena zu 100 Prozent zustimmen. Du kommst im Ziel an, hast noch nicht mal den Helm abgezogen und schon geht das Gezerre los“, ärgerte sich Lange. "Vielleicht kann man auf lange Sicht versuchen, in dieses Prozedere etwas mehr Ruhe zu bringen“, hofft der Vierfach-Olympiasieger auf ein entspannteres Verhältnis in der Zukunft. "Es nervt“, beschreibt auch Silbermedaillen-Gewinner Richard Adjei die Situation. Den Sportlern bliebe vor der Dopingkontrolle viel zu wenig Zeit, wieder zur Besinnung zukommen. "Die wollen einen zur Kontrolle schleifen, dabei weiß ich selbst in dem Moment noch nicht mal wie ich heiße. Hallo, ich hab grad' bei Tempo 150 gebremst“, sagte der ehemalige Football-Spieler, der mit seinem Piloten Thomas Flohrschütz den zweiten Platz im Zweier-Bob belegte.
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Auch Neuners Teamkollegin Simone Hauswald wurde als Gewinnerin der Bronzemedaille im Massenstart ebenfalls Opfer der übereifrigen Helfer. "Wahnsinn, so eine Dopingkontrolle erlebst du nur in Kanada. Wir werden teilweise nicht mehr als Menschen behandelt“, beklagte sich Hauswald. Allerdings und da sind sich sowohl Neuner, Hauswald, Lange und Adjei einig, überwiege dennoch der positive Eindruck der gewonnen Medaille. "Klar ist es irgendwo schlimm. Auf der anderen Seite hat man ja die Medaille und sagt sich dann 'na gut, dann mach ich das eben mit.' Wenn man dann abends die Medaille bekommt, ist das alles vergessen“, so Neuner, die nach ihrem Staffel-Verzicht von den "Blaubärjacken" nicht mehr belangt werden wird.
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Quelle: t-online.de
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